Die Grittibänzen sind da!

Auch wenn man nicht mehr an ihn glaubt: Mit seinem prächtigen Mantel und dem dichten, weissen Bart ist der Samichlaus eine imposante Erscheinung. Zum Glück verteilt er Nüsse, Mandarinen und feine Grittibänzen. Die kleinen Teigmannli sind nicht nur die Lieblinge der Kinder, sondern begleiten auch manchen fröhlichen Adventshöck der Erwachsenen.

Vom Brotmannli zum süssen Hefebänz

Vom Brotmannli zum süssen Hefebänz
Dieser aufrechte Grittibänz hat eine Rute und einen Sack voller Überraschungen dabei.

Die ersten Grittibänzen wurden aus Brotteig gemacht. Heute bestehen sie aus (süssem) Hefeteig. Je nach Gegend verändert sich ihr Aussehen: Mal  tragen sie einen Hut oder eine Mütze, mal ein Halstuch. In der Hand halten sie eine kleine Rute oder eine überdimensionierte Tonpfeife. Diese ist aber wohl auf einen Irrtum zurückzuführen. Der Heilige Nikolaus, der im 4. Jahrhundert als Bischof von Myra (Stadt in Kleinasien, heute Türkei) wirkte, war mit Sicherheit Nichtraucher. Denn der Tabak war nämlich in der damaligen Türkei noch unbekannt. Man erklärt sich nun, dass die Pfeife einen verkehrt herum gehaltenen Bischofsstab darstellt. Später wurde daraus eine Tonpfeife, weil die Leute den Stab irgendwann nicht mehr als solchen erkannten.

Der Teigmann hat viele Namen

Der Teigmann hat viele Namen
Ein klassischer, einfacher Bänz mit gegrätschten Beinen.

Wackelgreis oder grätschender Turner? Grättimaa (Region Basel), Elggermaa (Region Zürich/Thurgau), Chläus oder ganz einfach Teigmännli: Der Grittibänz hat in der Schweiz viele Namen. So unterschiedlich wie diese sind auch die Bedeutungen. Der Name Grittibänz setzt sich aus den zwei Wörtern Gritten und Bänz zusammen. Bänz ist die Kurzform von Benedikt. Einst war dieser Name derart verbreitet, dass man ihn als Synonym für Mann verwendete. Grätti bedeutet dagegen im Baseldeutschen wackliger Greis und ist nicht gerade freundlich gemeint. Im Berndeutschen versteht man jedoch unter einer Gritte bzw. Grittele eine Grätsche oder Astgabel. Tatsächlich kommt die Grundform des Grittibänz mit gespreizten Beinen daher.

Grundrezept: Grittibänzen

Grittibänzen - schnell und einfach

Grittibänzen - schnell und einfach
1. Super einfach formen
Teig zu einer langen Rolle formen, ca. 1/4 für den Kopf abschneiden und zu einer Kugel formen. Rolle an beiden Enden einschneiden, Beine und Arme formen. Kopf mit Ei an den Körper kleben, Grittibänz nach Belieben verzieren.
Grittibänzen - schnell und einfach
2. Frisch auf den Frühstückstisch
Hefeteig am Vorabend ca. 1 Std. aufgehen lassen und formen. Auf ein mit Backpapier belegtes Holzbrett legen, mit Klarsichtfolie bedecken und über Nacht im Kühlschrank aufgehen lassen. Am nächsten Morgen mit Ei bestreichen, in den kalten Ofen schieben und backen.
Grittibänzen - schnell und einfach
3. Schnelle Grittibänzen
Ganz einfach und schnell gehts mit dem Grittibänz-Kit von Betty Bossi. Es enthält alles, was es für zwei Grittibänzen braucht: 500 g Hefeteig, zwei Tonpfeifen, Rosinen und Hagelzucker. Erhältlich in grösseren Coop Verkaufsstellen.

Es Tänzli mit em Bänzli

Es Tänzli mit em Bänzli
Am Gritti-Tanz haben Kinder grosse Freude - zuerst beim Backen, dann beim Geniessen!

Grittibänzen werden noch heute gerne gegessen. Zum schlichten Teigmännlein mit gegrätschten Beinen sind neue, zum Teil reich verzierte Formen hinzugekommen - auch Weiblein! Wenn man seine Grittibänzen selber macht, kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen. Vor allem Kinder haben grossen Spass am Formen und Verzieren.

Veranstalten Sie doch mit Ihren Kindern einen Gritti-Tanz! Fünf Grittibänzen halten sich an den Händen und veranstalten auf dem Backblech einen bunten Reigen.

Rezept: Gritti-Tanz


Text: Alexandra M. Rückert
30. November 2015

Rezept

Aufgetischt!
Samichlaus-Burger.

Wussten Sie?

Die Verwandten aus Deutschland
Grittibänz? Dampedei? Auf jeden Fall ein Prachts-Hefekerl!

In verschiedenen Regionen Deutschlands kennt man die Teigmänner auch, sie heissen dort zum Beispiel «Weckmann», «Stutenkerl», «Pumann», «Dampedei» oder schlicht «Hefekerl». Die Weckmänner werden v.a. im Rheinland noch heute vielerorts nach dem traditionellen Umzug zu Ehren des  Heiligen Martin am 11. November an die Kinder verteilt.